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  Insider berichtete über reales Bankgeschäft
  Dr. Loy hielt Referat zur Geldpolitik im Berufskolleg
praxisnah und aktuell
 

Höxter [fok]. Mit Dr. Harald Loy von der Deutschen Bundesbank, Mitglied des Stabes der Regionaldirektion Düsseldorf, berichtete im Berufskolleg Höxter ein Insider vom realen Bankgeschäft. Rund 30 Lehrerinnen und Lehrer der Berufskollegs Höxter und Warburg sowie einige Vertreter der Sparkasse und Volksbanken nutzten diesen Nachmittagstermin, um sich über die aktuellen Zahlen und Entscheidungen der Europäischen Zentralbank zu informieren.
Einen Teil der Fortbildungen organisiert das Berufskolleg Höxter selbst, und das Angebot der Deutschen Bundesbank zu einer Fortbildung zum Thema Geldpolitik sei gern angenommen worden, so der stellvertretende Schulleiter Matthias Groß. Mit Dr. Loy sei es gelungen einen versierten Fachmann zu diesem aktuellen Thema zu bekommen. Dr. Loy hat es verstanden auf hohem Niveau die Lehrerinnen und Lehrer über den aktuellen Stand zu informieren.

Neben dem üblichen Standardwissen habe Dr. Loy sehr umfassende aktuelle Daten geliefert, so Ingo Koch, Lehrer für Bankbetriebslehre, BWL und VWL am Berufskolleg Höxter, zudem habe er die Informationen mit vielen Tabellen und Graphiken gut veranschaulicht. Diese Informationen könnten im Verbund mit dem Lehrbuchwissen gut in den Unterricht integriert werden.

Zudem hielt das Referat einige Überraschungen für die Zuhörer parat. So machten die Tabellen des Dr. Loy deutlich, wie Koch erläuterte, dass in der Praxis sich Kreditnachfrage und Geldmenge nicht immer gleichförmig veränderten, sondern auch genau gegenläufig zu dem, was man vom Lehrbuchwissen her vermutete. Bei der genauen Analyse der Daten sei dann jedoch deutlich geworden, dass beispielsweise durch den 11. September oder dem Beginn des Irakkrieges Sondersituationen gegeben gewesen seien, die diese Effekte erklärten. Davon bereinigt wären die Daten wieder erwartungsgemäß, so Koch weiter.

Eine weitere Frage des Nachmittages war: „Ist die amerikanische Wirtschaft stärker als die europäische?“ Hier machte Dr. Loy deutlich, dass die Erwerbstätigen in den USA eine rund zehn Prozent höhere Jahresarbeitszeitleistung haben als in Deutschland und zudem die 55 bis 65-jährigen eine erheblich höhere Erwerbsquote aufweisen.

Auch das strategische Denken der Europäischen Zentralbank wurde den Zuhörern nahe gebracht. So habe Dr. Loy die Fakten verdeutlicht, die die EZB veranlasst hätten die Zinsen zu heben oder zu senken, erläuterte Koch, die Erfolge dieser Geldpolitik seien den Kolleginnen und Kollegen so nicht präsent gewesen, die Ursachen nicht deutlich, „da sind wir im Denken zu starr“. Wie sein Kollege Michael Schönhöfer, Ausbildungskoordinator am Berufskolleg Höxter, ergänzte, habe die Zentralbank nicht mehr nur die Geldmenge im Blick, sondern verfolge eine Zwei-Säulen-Strategie in der Kombination mit eigenen Diagnose- und Prognoseinstrumenten. Durch die Geldpolitik verfolge die Zentralbank eine Preisstabilität mit einer Inflation von 1,5 bis 1,9 Prozent, da auch in der Deflation negative Auswirkungen auf die Wirtschaft erkennbar seien.

Bei aller Komplexität der Inhalte überzeugte der Referent durch seine Einfachheit der Vermittlung. Neben Tipps zur Recherche für die aktuellen Daten und Fakten überließ den Zuhörern auch eine CD-Rom mit den Materialien des Vortrages, die dann direkt in die Unterrichtsgestaltung einfließen können.

Abschließend zeigte Groß sich besonders erfreut, dass so viele Kolleginnen und Kollegen des Berufskollegs Höxter diese Fortbildung nutzten, zeige dies doch, dass das Interesse an aktuellen und umfassenden Unterrichtsinhalten recht hoch sei.