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  Berufskolleg Höxter besuchte Partnerschule
in Warschau - Vorurteile abgebaut
 
 

Die Nervosität ist praktisch greifbar. Deutsche und Polnische Schüler nähern sich, in der weniger gewohnten Verkehrssprache Englisch, bei einem Integrationsspiel.

Höxter/Warschau (fok). „Ich war von der Gastfreundschaft der Polen überwältigt. Sie haben uns mehr gegeben, als sie hatten. Die Gastfamilien haben sich so toll um uns gekümmert und uns mit Essen überhäuft“, beschreibt Barbara Heine ihre Eindrücke über den Warschaubesuch. Ähnlich empfanden das auch ihre Mitschüler der HHU 2, der „Warschauklasse“.

Diese Klasse ist ein weiteres internationales Projekt des Berufskolleg Höxter und führt die Schülerinnen und Schüler in die Hauptstadt Polens. Die Partnerschulen Zespól Szkól Odziezowych, Fryzjerskich, Kosmetycznych i Lycealnych Nr.22 und die Zespol Skol Nr. 10 schicken ihre Schülerinnen und schüler dann zum Gegenbesuch nach Höxter. Ein Vorhaben, das bei vielen Schülern auf beiden Seiten zunächst auf Skepsis stößt – nach dem erfolgten Austausch aber immer Begeisterung erzeugt. „Genau diese Haltung macht deutlich, wie wichtig es ist mit solchen Projekten Vorurteile abzubauen“, betonte Michaela Lücking, Lehrerin der Klasse.

So wunderte es auch nicht, dass sich die Schüler in den Armen lagen und am liebsten noch eine Woche länger geblieben wären. „Wenn man die Tränen der deutschen und polnischen Schüler beim Abschied sieht, dann kann man sagen, dass sich alle Mühe und alle Anstrengungen gelohnt haben. Der Schüleraustausch war ein voller Erfolg. Sie waren anfangs sehr skeptisch gegenüber Polen eingestellt und sind nun total begeistert, dass sie so nett aufgenommen wurden und so schnell Freundschaft geschlossen haben“, wie Andreas Krog, Lehrer des Berufskollegs Höxter, zusammenfasste.

Neben den verschiedenen Zeiten in den Gastfamilien und Integrationsspielen kam auch der wirtschaftliche Aspekt der Studienfahrt nicht zu kurz. So besuchte die Klasse eine Filterstation zur Trinkwasseraufbereitung, eine Präsentation der Schulen und die Polnische Nationalbank. Hier wurden die Schülerinnen und Schüler über die Aufgaben der Nationalbank ebenso informiert wie zu den Möglichkeiten der Falschgelderkennung. „Immer wieder beeindruckend ist natürlich auch der Blick auf die Münzsammlung und die Goldbarren“, so Lücking zu einem weiteren Highlight des Rundganges.

Auch die Politik fand Einzug in das Programm. In einem ökologischen Seminar an der Schule Nr. 10 simulierten die Schüler in Form von Rollenspielen die Entscheidungsfindung einer Gemeinde. » Soll eine Brücke über einen Fluss gebaut und in Kauf genommen werden, dass die dort nistenden Vögel aussterben und Arbeitsplätze verloren gehen oder soll man beim mühseligen Fährverkehr bleiben?« „Nicht nur hier“, betonte Lücking, „merkten die Schüler, wie wichtig es ist Englisch zu können.“

Eine restlos zufriedene Klasse kehrte aus Polen zurück, wie der Schüler Erwin Fot mit „Ich fand gut, dass wir ein Land mit einer anderen Kultur und anderen Traditionen kennen gelernt haben. Jetzt hat man viel mehr Verständnis füreinander“ für sich deutlich feststellte. Das Wiedersehen beim Gegenbesuch im Juni 2008 wird jedenfalls von Polen und Deutschen freudig erwartet.

 
  Im Zuge des Kulturprogramms wurde auch das Kopernikusdenkmal besucht.