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  Karoline Ertel erste Auslandspraktikantin
des Berufskollegs Höxter
„kann ich jedem nur empfehlen“
 

Höxter (fok). „Vor und während der Reise war ich total ruhig, aber als ich dort ankam, klopfte mein Herz wie noch nie. Dieses Land und die Stadt waren mir nicht fremd, aber es sah alles anders aus als früher. Bei meinem ersten Tag in Russland war wieder alles in Ordnung. Und mein Praktikum war ein voller Erfolg.“

So begeistert zeigte sich Karoline Ertel, Auszubildende zur Industriekauffrau bei der Brakeler Thermo-Glas GmbH, nach ihrem zweiwöchigen Auslandspraktikum bei dem Unternehmen Visla Okna in Orenburg, Russland. Das neue Programm der Europäischen Union zum lebenslangen Lernen „Fit for MOE (Mittelosteuropa) ermöglicht die Finanzierung solcher Auslandspraktika. Diese sind an gewisse Vorgaben wie einer Präsentation zum Praktikum geknüpft, aber dennoch reifte der Vorsatz schnell. „Schon während der Informationsveranstaltung war mir klar, ich wollte bei diesem Projekt mitmachen.“

 

„Karoline zeigte ein enormes Engagement“, wie Andreas Krog, Betreuungslehrer für Praktikanten am Berufskolleg Höxter, betonte. „Schon zum Auswahlgespräch einige Tage nach der Informationsveranstaltung hatte sie bereits ihren Praktikumsplatz und einen Bleibe.“ So vergingen nur rund drei Wochen, und Karoline saß im Flugzeug in Richtung Russland.
„Die Mentalität war mir bekannt, auch wenn ich seid acht Jahren nicht mehr dort gewesen war“, so Ertel zu ihren ersten Eindrücken, „aber die Unterschiede waren nicht so deutlich, wie ich dachte“. Interessantes wusste sie von der Arbeit aus dem dortigen Fensterbetrieb zu berichten. „Die Russen wollen das, was der Andere hat – nur viel, viel besser.“ So seien oft Kunden in den Betreib gekommen, der russische Betrieb habe überwiegend Privatkunden, wie Ertel weiter ausführte, und hätten ein Bild mit geführt, dass sie ihr Fenster so haben wollten – aber nicht nur so – sondern immer ein wenig anders.“
Im Umgang mit den Kunden habe sie festgestellt, dass dort viel mehr Wert auf Kundenbindung gelegt werde. Wenn beispielsweise vereinbart werde, „dass der Kunde am Dienstag um 11 Uhr angerufen werden soll, dann wird auch Punkt 11 Uhr angerufen.“ Auf die Frage, ob das Auslandspraktikum denn für sie sinnvoll gewesen sei, strahlten ihre Augen. „Das war eine ganz tolle Erfahrung, das kann ich jedem nur empfehlen“, so ihre eindeutige Aussage. „Ich hoffe, dass mich diese Erfahrung meinem Berufswunsch im Außenhandel tätig zu werden näher gebracht hat.“ „Nicht nur die Praktikanten nehmen für sich etwas mit“, ergänzte Krog, „sie haben ein besseres Selbstbewusstsein, was den Ausbildungsbetrieben zugute kommt. Zudem bringen die Auszubildenden aus dem Praktikum auch mit diesem Blick über den Tellerrand Ideen mit in den Betreib, die hier dann umgesetzt und positiv wirken können.“
Das Berufskolleg Höxter versteht sich als Europaschule, und wird den Bereich der Auslandspraktika ausweiten. „Wir sehen Europa als Arbeitsplatz für unsere Schüler, und möchten sie dafür optimal vorbereiten“, wie Krog betonte, und ein Auslandspraktikum sei da eine hervorragende Ergänzung.