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  Kollegium von Fachleuten zu Drogen informiert

Suchtprävention am Berufskolleg Höxter

   
 

Höxter. (fok) „Die Polizei unterliegt der Strafverfolgungspflicht und wird in jedem Fall eine Anzeige vorlegen“, mit diesen sehr eindrücklichen Worten betonte Gilbert Schulte von der Kreispolizeibehörde die möglichen Folgen des Konsums von Drogen, „da haben wir von der Polizei keinen Handlungsspielraum“. Rund 60 Kolleginnen und Kollegen des Berufskollegs Höxter lauschten den Ausführungen zur Suchtprävention.

Komasaufen, Flatratepartys und verkaterte Schülerinnen und Schüler – Phänomene der Jugendkultur, die den Lernalltag auch des Berufskollegs Höxter beeinflussen. Wie geht man als Lehrer damit um? Wie reagiere ich im Gespräch mit betroffenen Jugendlichen richtig? Wie kann ich helfen und was droht den Jugendlichen? Viele Fragen des Kollegiums, die mit einer Fortbildung beantwortet wurden.

Mit Schulte und Burkhard Albers von der Suchtberatung Brakel standen zwei überaus kompetente Referenten zur Verfügung, die den Kolleginnen und Kollegen die Aspekte von Suchtprävention wie die Diagnose des Konsums, die Wirkungen verschiedener Substanzen sowie die strafrechtlichen Konsequenzen nahe brachten.

„Schnell kommen da ein paar Tausend Euro zusammen“, so Schulte zu den Folgen von illegalen Drogen im Straßenverkehr, „wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vor liegen, dann kommen zu 7 Punkten in Flensburg noch eine Geld- oder Freiheitsstrafe sowie der Führerscheinentzug hinzu. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, die Drogen-Screenings sowie die Vorbereitungsseminare zur MPU schlagen jeweils mit etlichen hundert Euro zu Buche.“

Schulte und Albers ergänzten sich in ihren Ausführungen. Während Schulte sich mit den Wirkungen, auch im Straßenverkehr, des Alkohol- und Drogenkonsums, den strafrechtlichen Konsequenzen und der Wirkung auf die Fahrerlaubnis auseinandersetzte, hob Albers auf Diagnosemöglichkeiten für Lehrer sowie den möglichen Hilfen für Jugendliche und junge Erwachsene mit Suchtproblemen ab.

„Haben Sie getrunken, obwohl Sie spürten, dass der Alkoholkonsum zu schädlichen körperlichen und psychischen Folgen führt?“ Diese und weitere Fragen nutzt Albers zur Diagnose von Missbrauch und Abhängigkeit bei jungen Erwachsenen. Auch das familiäre Umfeld und die Frage, ob nur in Gesellschaft getrunken wird sind wichtige Aspekte der Diagnose. „Die Voraussetzung für einen therapeutischen Ansatz ist ein Persönlichkeitsprofil, das entwickelt werden muss“, wie Albers darlegte.

Mit seinen 15 Geboten für alle, die von Abhängigkeit betroffenen Menschen helfen wollen zeigte Albers Möglichkeiten und auch Grenzen der Hilfe durch Lehrer. Mit „mache dem Menschen – mit dem du sprichst – deutlich, dass du als Lehrer keinen Augenblick zögern wirst, deine dir übertragene Aufgabe verantwortungsvoll wahrzunehmen. Zeige Wege zur Veränderung auf – aber überlasse deinem Gesprächspartner die Entscheidung“ betonte er gerade diesen respektvollen Ansatz. Genau so deutlich zeigte er auch die Grenzen der Möglichkeiten des Lehrpersonals. Aber in der Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer mit den Beratungsstellen liege die Chance für die Abhängigen, wie er betonte. Nur wenn nicht gedeckt oder vertuscht werde, könne geholfen werden, so betonte Albers abschließend die Bedeutung des aktiven Lehrkörpers.

 
  Burkhard Albers erläutert den Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeiten Schülern mit Suchtproblemen zu helfen.