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  Auslandspraktika am Berufskolleg Höxter immer gefragter

„Solche Möglichkeiten muss man nutzen“

   
 

Höxter. (fok) Drei Wochen allein in einer fremden Umgebung, arbeiten in einem Betrieb, der einem zuvor noch unbekannt war – ein Auslandspraktikum ist für Auszubildende schon eine einschneidende Erfahrung. Svenja Eichinger, Auszubildende bei der Volksbank Warburger Land und damit Berufsschülerin des Berufskolleg Höxter, ließ sich auf dieses Wagnis ein.

„Im Rahmen des Leonardo-Projektes der EU „Fit für Europa“ bieten sich für Auszubildende Möglichkeiten durch dieses Praktikum einen Einblick in den Arbeitsmarkt Europa zu bekommen“, wie Andreas Krog, koordinierender Lehrer am Berufskolleg Höxter, betonte. Wichtig sei dabei ein hohes Maß an Eigenaktivität, da die Praktikanten ihren Aufenthalt und den Praktikumsplatz in Eigenregie organisieren müssten, ergänzte Krog.

Die Informationsveranstaltung habe sie überzeugt, so Eichinger, so dass sie auf die Suche nach einem Praktikumsbetrieb ging. „Meine Fremdsprachenkenntnisse sorgten dafür, dass ich meine Suche auf Österreich, Großbritannien und Luxemburg ausdehnte.“ Die Resonanz war zunächst verhalten, die Finanzkrise macht auch vor Praktika nicht halt. „Mann muss motiviert genug sein und sich durch die ersten Absagen nicht verschrecken lassen, betonte Eichinger, schließlich habe sie mit der Schwäbisch Hall in Luxemburg auch einen Praktikumsbetrieb gefunden, der auch schon über Erfahrung mit Praktikanten aus Irland und Deutschland verfügt habe.

„Die Lernausgabe, ein zwingender Bestandteil des Praktikums, sorgt dafür, dass sich die Praktikanten intensiv mit den Unterschieden zwischen dem Ausbildungs- und dem Praktikumsbetrieb auseinandersetzen“, erläutert Krog. „Es gibt starke Unterschiede in der Ausbildung“, wie Eichinger als Beispiel darstellte, „dort wird ein halbes Jahr im Betrieb gearbeitet. Eine Art „training on the job“, eine duale Ausbildung wie in Deutschland gibt es dabei nicht.“

Sie habe viel gezeigt und beigebracht bekommen, resümierte Eichinger, auch habe sie in den drei Wochen viele Unterschiede zwischen den Banken in Deutschland und Luxemburg feststellen können und einen besonderen Einblick in die Raiffeisenbankenwelt bekommen. „Vielfach stellen die Ausbildungsbetriebe nach dem Praktikum fest, dass ihre Auszubildenden nach dem Auslandsaufenthalt über den Tellerrand hinaus blicken und viele Probleme mit ganz anderen Augen betrachten – vielfach auch ein Gewinn für die Betriebe“, so Krog. Das Fazit von Svenja Eichinger: „Die, die solche Möglichkeiten haben, die sollten die Chance auch nutzen. Solche Erfahrungen kommen nie wieder.“