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Berufskolleg des Kreises Höxter
für Wirtschaft und Verwaltung

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Ihr Tätigkeitsfeld ist der "Dienstleistungssektor" der Industriebetriebe. Sie kaufen Rohstoffe ein, entwickeln Marketing-Konzepte, errechnen den Lohn, führen die Bücher und bereiten die Fertigung der Waren vor. Der Computer ist das tägliche Arbeitsgerät. 

Industriekaufmann
Industriekauffrau

 Aktueller Religionsunterricht

 

Sexualität am Arbeitsplatz

Projektarbeit: Erfahrungen aus dem Unterricht

 Neben der Sichtweise, den Menschen als einen „Homo sociologicus“ nach Dahrendorf anzusehen, wird gerade in unserer liberalen Zeit immer mehr deutlich, wie sehr der Mensch doch auch als ein  „Homo sexualis“ zu betrachten ist. Diese Fähigkeit einerseits und diese Eigenart andererseits stellt ein Wesensmerkmal des Menschseins dar, das nicht nur den rein privaten Lebensbereich beeinflusst.  
Gerade am Arbeitsplatz können Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit  der MitarbeiterInnen durch den unbekannten Faktor „Sexualität“ positiv wie negativ  tangiert werden. So ist eine grundsätzliche Beschäftigung mit der Thematik im Hinblick auf eine mögliche Umsetzung der Thesen auch in der Arbeitswelt erforderlich; gezielt sollten dabei die Bereiche „Sexuelle Belästigung“ und „Mobbing“ ebenfalls erörtert werden.

Alle an der Schule vorhandenen Medien kamen zum Einsatz.
 

Die beiden Mittelstufenklassen der Industriekaufleute wählten sich im Religions- unterricht daher das Arbeitsthema: „Sexualität als verantwortetes geschlechtliches Miteinander erfahrbar machen.“

Über sechs Unterrichtseinheiten lang setzten sie sich dann intensiv mit der Problematik auseinander. Dabei stand die Erarbeitung der Thematik zunächst anhand der vorgegebenen Aspekte: Identität, Beziehung, Lust und Fruchtbarkeit im Vordergrund. Ausgangspunkt für die Arbeiten war ein Text der kürzlich verstorbenen evangelischen Theologin Dorothee Sölle.

Vorträge, Spielszenen...alle Möglichkeiten standen frei zur Wahl durch die Gruppe, Manche Fähigkeit wurde entdeckt

 

 

Recherchen im Internet, Bibliotheken sowie Interviews und Auswertungsarbeiten beschäftigten die SchülerInnen genauso intensiv wie das gemeinsame Gespräch über fremde und eigene Erfahrungen. 

Gerade das gemeinsame Entwickeln von Thesen, deren Überprüfen anhand von Wissen und Erleben, die teilweise Modifizierung und schließlich die „spruchreife“ Darstellung erlebten die SchülerInnen als einen Prozess, der bisweilen auch gruppendynamische Bewegungen aushalten musste
Themengespräch mit Diskussionsrunde. Oft wurde kontrovers argumentiert, eine große Herausforderung für die Moderatorin.

Nachdem die Collage von allen betrachtet worden war, diskutierten die SchülerInnen die Inhalte und Aussagen

Mehrwert 

Dennoch, so das einhellige Fazit in der Schlussrunde, sei es insgesamt eine sehr fruchtbare und gute Zusammenarbeit gewesen, die als Lernergebnis doch einen großen Mehrwert im Bereich des Faktenwissens aber auch im Umgang miteinander mit sich gebracht habe.

Projektarbeit bringt oft auch willkommene Nebeneffekte. So gelang die Präsentation der Arbeitsergebnisse in Form von Collagen, Szenenspielen und Kurzvorträgen in hervorragender Weise. 

Der Film „Breaking the waves“ rundete die Projektarbeit. In dem mehr als 2 ½ stündigen, preisgekrönten Werk von Lars von Trier wurde das Thema noch einmal vertiefend aufgegriffen. Der Film verdeutlichte in künstlerisch eklatanter Weise die Grundforderung jeglicher Sexualität nach Ganzheit und Authentizität, vor allem aber nach Begrenztheit im Wollen beider Partner. Die angedeuteten - zum Teil religiös motivierten Fehlformen menschlicher Sexualität – wurden in der anschließenden Diskussionsrunde erörtert.

Der Bereich „Vergewaltigung“ und sexuelle Gewalt gegen Frauen wurde von einer Gruppe in besonderer Weise thematisiert. 

© gerhard antoni/bkh/juli 2003 
    

zuletzt bearbeitet: juli 2003 von franz goder